Die Grotenburg Kampfbahn 1927-1986
Die Grotenburg Krefeld: Von der Kampfbahn zum Stadion

Die Grotenburg ist zweifelsohne die bundesweit bekannteste Krefelder Sportst├Ątte und reich an Sportgeschichte. Obwohl nicht eigens f├╝r ihn gebaut, hat der Uerdinger Fu├čball das Stadion aus seinem Schattendasein gef├╝hrt und war Grund f├╝r den Wandel von der Kampfbahn zum Stadion.

Von der B 288 kommend, den Rhein ├╝berquerend, an Uerdingen vorbeifahrend erscheint sie am Horizont - die Grotenburg, oder besser gesagt: Ihre markanten Flutlichtmasten ragen neben dem Fernmeldeturm an der Berliner Stra├če in den Himmel ├╝ber Krefeld und tauchen die altehrw├╝rdige Grotenburg bei Abendspielen in glei├čendes Licht.

Dieser Anblick bietet sich dem Autoreisenden seit 1976 - seit die vier roten Flutlicht-masten ihrer Bestimmung ├╝bergeben wurden und an so manchem Abendspiel als Wegweiser fungierten. Im Ortsteil Bockum steht die 1927 als “Grotenburg-Kampf-
bahn” eingeweihte, heute gr├Â├čte Veranstaltungsst├Ątte der Samt- und Seidenstadt. Damals mit ca. 12.000 Zuschauerpl├Ątzen ausgestattet, bietet sie heute ca. 34.000 Fu├čballfans Platz.

Im Folgenden gibt der Kleinste Fanclub einen kurzen ├ťberblick ├╝ber die Geschichte und Entwicklung von der Kampfbahn von einst zum Stadion von heute:

17./18.09.1927: Zweit├Ągige Einweihungsfeierlichkeiten der Kampfbahn durch einen Festakt mit einem Fassungsverm├Âgen von 12.000 Zuschauern. Die ├ťbergabe und die Platzweihe findet am 18.09. statt. Programmpunkt ist an diesem Tag auch ein Fu├čballwettkampf einer Krefelder Stadtauswahl gegen D.F.C. Prag. Die Trib├╝ne an der Nordseite des Stadions (damals befand sich hinter dem Stadion noch nicht der Krefelder Tierpark bzw. Zoo (!!)) stellte das einzig auffallende Bauwerk des Areals dar. Die ├╝brigen Seiten waren mit einfachen Stehw├Ąllen bzw. -traversen versehen worden. Neben dem Rasenplatz weisen die umlaufende Aschenbahn und die anderen Leichtathletikanlagen darauf hin, dass die Kampfbahn nicht auf den Fu├čball ausgerichtet gebaut wurde - entsprechend spielte der Kampf um das runde Leder lange Zeit nur eine untergeordnete Rolle in der Grotenburg.

Das Erscheinungsbild der Kampfbahn blieb lange Zeit unver├Ąndert. So wie auf dem folgenden Bild von 1936 pr├Ąsentierte sich das ausgedehnte Rund in den ersten Jahrzehnten seines Bestehens.
 

Luftansicht der Grotenburg-Kampfbahn 1936

Fotoquelle: FC Bayer 05 Uerdingen e. V. (Hrsg.), 1985: Bayer 05 Uerdingen - Fu├čball in Krefeld


1936 ist auch das Jahr, in dem zum ersten Mal ein Fu├čball-L├Ąnderkampf in der Grotenburg stattfindet. Die Nationalmannschaft des “Deutschen Reiches” setzt sich am 27.09.1936 vor 18.000 Zuschauern mit 7:2 (3:2) gegen die Auswahl aus Luxemburg durch. Zweifacher Torsch├╝tze ist dabei Ernst Kuzorra.

Zum st├Ąndigen Schauplatz von Fu├čballwettspielen wurde die Grotenburg ab der Saison 1963/64, als der Nachbar TSV Duisburg 48/99 in der Fu├čball-Regionalliga nach Krefeld auswich. Am 12.07.1969 fand in der Grotenburg das Finale um die Deutsche Amateurmeisterschaft statt: Der SC J├╝lich 1910 besiegte die SpVgg Erkenschwick vor 12.000 Zuschauern mit 2:1.
Erst Anfang der 70er Jahre zogen die Uerdinger Fu├čballer vom L├Âschenhofweg in die Grotenburg-Kampfbahn. 1971 schafften die Blau-Roten den Aufstieg in die Regionalliga-West - die damals zweith├Âchste deutsche Spielklasse. Um der erhofften Zuschauernachfrage gerecht zu werden, erfolgte der Umzug vom Stadion am L├Âschenhofweg im Stadtteil Uerdingen in die Grotenburg-Kampfbahn in Krefeld-Bockum.

Am 15.07.1973 findet im Rahmen der Feiern zum 600. Stadtgeburtstag Krefelds in der Grotenburg-Kampfbahn eine Musikschau der Britischen Rheinarmee statt. Im Rahmen einer Leserumfrage der Westdeutschen Zeitung nach Abschluss des Feierjahres erh├Ąlt diese Schau die h├Âchste Note der Leser bei den zehn wichtigsten Jubil├Ąumsveranstaltungen.

22.06.1975: Aufstiegsspiel gegen den FK Pirmasens. Zuvor Einweihung der neuen Haupttrib├╝ne im S├╝den mit 4.000 Sitzpl├Ątzen und vorgelagerten 3.500 ├╝berdachten Stehpl├Ątzen. Gesamtkapazit├Ąt nun 22.000 Zuschauer. Neuer Zuschauerrekord am 22.06.1975 beim Aufstiegsspiel gegen Pirmasens (6:0).
 

Jubel in der Grotenburg 1975 w├Ąhrend des Aufstiegsspiels gegen FK Pirmasens

Fotoquelle: Sport in Wort und Bild (Hrsg.) 2005:
KFC 100 - Hundert Jahre Krefelder Fu├čball Club Uerdingen 05


Schematische Darstellung der Grotenburg nach der
Er├Âffnung der neuen S├╝dtrib├╝ne 1975.

Trib├╝nen├╝bersicht der Grotenburg-Kampfbahn ab 1975


1976: Errichtung der vom DFB geforderten Flutlichtanlage mit finanzieller Unterst├╝tzung der Bayer AG. Einweihung mit einem Freundschaftsspiel gegen den Bundesligisten Rot-Wei├č Essen.

1979: Ausbau der oberen Westkurve mit weiteren 6.000 Zuschauerpl├Ątzen. Kapazit├Ąt der Westkurve nun 10.210 Zuschauer. Gesamtkapazit├Ąt der Grotenburg nun 28.000 Zuschauer. Einweihung der neuen Westkurve am 15.12.1979 beim Bundesliga-Spiel gegen den 1. FC K├Âln (1:3). Auf Spielank├╝ndigungsplakaten wird der Stadionname nunmehr mit “Grotenburg-Stadion” angegeben (1978 noch “Grotenburg-Kampfbahn”).

03.05.1980: Neuer Zuschauerrekord: 25.000 Zuschauer sind in der Grotenburg Zeuge des 1:1-Unentschieden im Abstiegsduell gegen den Nachbarn vom MSV Duisburg.

1981: Die Junioren-Fu├čball-Europameisterschaft (U 18) wird in NRW ausgetragen, ein Spielort ist auch Krefeld. Am 27.05.1981 treffen in der Grotenburg die Teams von Italien und Bulgarien aufeinander. Italien gewinnt 1:0.

1983: Gleich zweimal in diesem Jahr ist ein jeweils neuer Zuschauerrekord f├╝r die Grotenburg bei einem Fu├čball-Spiel f├Ąllig: Am 15.06. sind 26.000 Zuschauer Zeuge eines famosen 3:1-Sieges des Noch-Zweitligisten Uerdingen 05 im Hinspiel der Bundesliga-Relegation gegen den Noch-Bundesligisten FC Schalke 04. In der folgenden Bundesliga-Saison 1983/84 sehen dann am 25.11. 27.000 Zuschauer in der Grotenburg ein 1:1-Unentschieden gegen Borussia M├Ânchengladbach.

1984: Im Oktober erh├Ąlt die Grotenburg ihre erste Ergebnis-Anzeigetafel. Ende Oktober wird am oberen Rand der ausgebauten Westkurve eine
ca. 6 x 3 m gro├če Stahlrohrkonstruktion aufgestellt, die fortan bis 1990 die Spielst├Ąnde verk├╝nden wird.
 

Blick von Westen in die Grotenburg-Kampfbahn der fr├╝hen 1980er Jahre.

Fotoquelle: Sport in Wort und Bild (Hrsg.) 2005: KFC 100 - Hundert Jahre Krefelder Fu├čball Club Uerdingen 05


weiter zum 2. Teil:
Die Grotenburg ├Ąndert ihr Gesicht